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50 und 60 jahre

Hintergründe der 50er und 60er Jahre

Zitate aus dem Buch von Daniel Voigt(Studienarbeit)

3. Hintergründe der 50er und 60er Jahre
Nach dem Desaster des 2. Weltkriegs mit Millionen Toten sind sich die Europäer einig: „Der Haß der Nachbarvölker aufeinander habe Kriege erst möglich gemacht"10. Das Credo lautet: „Statt Nationalismus- ein geeintes Europa"1'. Die politische Realität sieht jedoch anders aus. Zwei Teilstaaten entstehen in Deutschland, die als militärische Vorposten für die entstehenden Machtblöcke West-Ost angesehen werden. Während von allen Seiten alles daran gesetzt wird, die Teilung zu verhindern, steuert Konrad Adenauer zielstrebig darauf zu, „die Weststaaten in seine eigene Staatlichkeit und an die Seite der USA zu fuhren"12 Heimlich erarbeitet er mit ehemaligen Wehrmachtsgeneräle einen Wiederbewaffnungsplan für die Errichtung einer neuen deutschen Armee.13 Als der Plan entdeckt wird, regt sich Widerstand von allen Seiten, ob aus der Politik oder der Bevölkerung. Erste Unmutsdemonstrationen laufen an, in der SPD wird über die Rolle einer neuen deutschen Armee gestritten und in der Paulskirchen-Versammlung über die Gefahr einer verstärkten Teilung Deutschlands gesprochen und dabei die Wiederbewaffnung abgelehnt. Trotz Protesten tritt die BRD 1954 in die Nato ein, 1956
werden die ersten Soldaten vereidigt14. Als die Bundesregierung dann auch noch die atomare Ausrüstung für die neue Armee plant, hegt sich nun auch in der breiten Masse der CDU-Wähler Widerstand. Atomphysiker entwerfen die „Göttinger Erklärung" und warnen, genau wie Albert Schweitzer 1957 in einer Radioansprache, vor den Gefahren der atomaren Aufrüstung und eines Atomkrieges. Viele sind schockiert über die Folgen eines möglichen Atomkrieges und bis 1958 lehnen daraufhin 80 Prozent der Bevölkerung eine Aufrüstung ab.15 Trotz dieser Proteste gewinnt Adenauer 1957 die Bundestagswahl, auch begünstigt durch die Scheu der SPD, die Atompolitik als Wahlkampfthema zu verwenden16. Jedoch gelingt es Adenauer daraufhin nicht, seine Atompläne auch in der Nato zu verwirklichen. Lediglich sollen die USA Mittelstreckenraketen und Atomsprengköpfe in der BRD stationieren dürfen. Daraufhin fordern 44 Hochschullehrer in der „Erklärung der 44" eine atomwaffenfreie Zone in Mitteleuropa. Viele Bürger schließen sich dieser Erklärung an und schließlich bilden sich sogenannte Anti-Atomtod-Ausschüsse, die gegen die atomare Aufrüstung ankämpfen.17Auch in den Universitäten regt sich dabei Widerstand und so kommt es im Sommersemester 1958 zu flächendeckenden Studentenprotesten in ganz Deutschland. Hier zeichnet sich ein kleiner Vorgeschmack auf die Studentenproteste der kommenden Jahre ab. Um einen Ausweg aus der Sackgasse zu finden, versucht die Bundesregierung nun alle Protestbekundungen als kommunistisch gelenkt abzutun, zumindest gerät jeder der Demonstranten in Verdacht, „das Geschäft der Kommunisten zu betreiben"18 Die Protestierenden werten dagegen das Verhalten der Bundesregierung als antikommunistisch. Meinhof meint sogar in einem Artikel: „Der Antikommunismus ersetzt den Antisemitismus"19 Die Angst vor einem neuen, anderen Faschismus sitzt groß in der deutschen Bevölkerung. Genauso die Angst wieder zu versagen und nichts gegen den Faschismus zu tun. Verstärkt tritt dies bei Ulrike Meinhof auf.20 Die Angst vor einem neuen Faschismus kommt dabei besonders durch die Studenten diffamierenden und beleidigenden Methoden der Regierung auf und ihren Versuchen, jegliche oppositionelle Haltung im Keim zu ersticken.21 Angst bereitet vielen Studenten
werden die ersten Soldaten vereidigt14. Als die Bundesregierung dann auch noch die atomare Ausrüstung für die neue Armee plant, hegt sich nun auch in der breiten Masse der CDU-Wähler Widerstand. Atomphysiker entwerfen die „Göttinger Erklärung" und warnen, genau wie Albert Schweitzer 1957 in einer Radioansprache, vor den Gefahren der atomaren Aufrüstung und eines Atomkrieges. Viele sind schockiert über die Folgen eines möglichen Atomkrieges und bis 1958 lehnen daraufhin 80 Prozent der Bevölkerung eine Aufrüstung ab.15 Trotz dieser Proteste gewinnt Adenauer 1957 die Bundestagswahl, auch begünstigt durch die Scheu der SPD, die Atompolitik als Wahlkampfthema zu verwenden16. Jedoch gelingt es Adenauer daraufhin nicht, seine Atompläne auch in der Nato zu verwirklichen. Lediglich sollen die USA Mittelstreckenraketen und Atomsprengköpfe in der BRD stationieren dürfen. Daraufhin fordern 44 Hochschullehrer in der „Erklärung der 44" eine atomwaffenfreie Zone in Mitteleuropa. Viele Bürger schließen sich dieser Erklärung an und schließlich bilden sich sogenannte Anti-Atomtod-Ausschüsse, die gegen die atomare Aufrüstung ankämpfen. i7Auch in den Universitäten regt sich dabei Widerstand und so kommt es im Sommersemester 1958 zu flächendeckenden Studentenprotesten in ganz Deutschland. Hier zeichnet sich ein kleiner Vorgeschmack auf die Studentenproteste der kommenden Jahre ab. Um einen Ausweg aus der Sackgasse zu finden, versucht die Bundesregierung nun alle Protestbekundungen als kommunistisch gelenkt abzutun, zumindest gerät jeder der Demonstranten in Verdacht, „das Geschäft der Kommunisten zu betreiben"18 Die Protestierenden werten dagegen das Verhalten der Bundesregierung als antikommunistisch. Meinhof meint sogar in einem Artikel: „Der Antikommunismus ersetzt den Antisemitismus"" Die Angst vor einem neuen, anderen Faschismus sitzt groß in der deutschen Bevölkerung. Genauso die Angst wieder zu versagen und nichts gegen den Faschismus zu tun. Verstärkt tritt dies bei Ulrike Meinhofauf.20 Die Angst vor einem neuen Faschismus kommt dabei besonders durch die Studenten diffamierenden und beleidigenden Methoden der Regierung auf und ihren Versuchen, jegliche oppositionelle Haltung im Keim zu ersticken.21 Angst bereitet vielen Studenten
auch, dass viele ehemalige Nazis wieder in wichtigen, staatstragenden Positionen aktiv sind.22 Ulrike Meinhof befürchtet dementsprechend, „daß es zu einer Neuauflage deutsch-nationaler Großmachtpolitik kommen könne und zu einer Beseitigung von Grundgesetz und Demokratie"23. Die Furcht wird auch noch durch den Plan einer Notstandsgesetzgebung verstärkt, welches viele Grundrechte im Notfall in der BRD aufheben könnte und damit schnell totalitäre Verhältnisse geschaffen werden könnten, wie es in der Weimarer Republik der Fall war.24 Eine Ostermarsch-Bewegung beginnt sich daraufhin ab 1962 zu entwickeln.25 Sie protestiert im Laufe der Jahre auch gegen den unverhältnismäßigen Krieg der USA im Vietnam. In einer „Erklärung über den Krieg in Vietnam" sprechen sich Professoren und Schriftsteller gegen diese Krieg aus.2 Hinter ihnen steht eine breite Masse der Bevölkerung. Trotzdem versucht die seit 1966 geschaffene Große Koalition immer noch alle Protestbekundungen und damit die außerparlamentarische Opposition zu verketzern. Die Springer-Presse heizt dabei die Hetze gegen die protestierende Studentenbewegung noch weiter an.27 Als bei einem Protest gegen einen Besuch des Schah von Persien 1967 ein Student erschossen wird, eskaliert die Situation..28 Die bis dahin größtenteils friedliche Bewegung beginnt nun ernsthaft über begrenzte Gewalt nachzudenken und ihren Protest „mit Mitteln wirksam werden zu lasen, die außerhalb der Legalität liegen"29. Als am l I.April 1968 auch noch der Studentenführer Rudi Dutschke ermordet wird, kommt es an Ostern zu Straßenschlachten und damit zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.30 Durch die Uneinigkeit in der Gewaltfrage, bricht die Bewegung in Gruppen auseinander und aus einer dieser zersplitterten Gruppen bildet sich 1970 dann wenig später die Terrorgruppe RAF, die die politischen Unruhen in den nächsten Jahrzenten bestimmen wird.
Ich möchte in meinem nächsten Schritt nun klären: Wie erlebte Ulrike Meinhof diese politischen Jahre? Wie wurde sie politisiert und wie gab sie ihrer Meinung eine Stimme? Und besonders: Was trieb sie dazu, von einer pazifistischen Journalistin zu einer gewaltsamen Terroristin zu werden?
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